Stellungnahme zum Artikel :
 Sheldrakes morphische Felder
in: „Regulationsmedizin“ 4/96 von Dr. Hanzl

 

Dr. A. Rossaint:

abgedruckt in Reg.Med.2(1997),63-4

Sehr geehrter Herr Kollege Hanzl,

Zunächst: Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem hervorragenden Artikel. Doch seien mir einige Anmerkungen dazu gestattet.

Mein Einstieg in die EAV war vor nunmehr 26 Jahren (30 anno 2001) durch ein für mich bedeutsames Ereignis zum Verständnis der EAV-Arbeit (seitdem von mir so vertreten) gekennzeichnet, das genau das von Ihnen erörterte Problem darstellte:

Wir, d.h. eine Gruppe junger Kollegen und ein „alter Hase“ der EAV, seines Zeichens Zahnarzt in Freudenstadt,  baten einen Pionier der EAV, dem sie auch einen Meßpunkt für das Allergiegeschehen verdankt, unseren Zahntest zu überprüfen, bei dem wir einen Zahnherd durch verschiedene Medikamente an Ly2 „ausgeglichen" hatten.

Da er vorher nicht anwesend war und nicht wußte was wir gemacht hatten, erfolgte seine Messung am entsprechenden Meßpunkt Ly2 mit dem für diesen Fall „obligatorischen“ Zeigerabfall und einem Wert zwischen 82 und 86.

Uns gegenseitig anschauend und Verwunderung bezüglich seines Meßergebnisses ausdrückend, da wir den Punkt doch medikamentös (und nach unserer aller Meinung: richtig) ausgeglichen hatten, sagte er lapidar: „ja warum haben Sie denn nicht gleich gesagt, daß Sie bereits Medikamente in der Wabe haben?“ und seine erneute Messung ergab jetzt ebenfalls: Normwert. Sein erneuter lapidarer Kommentar: “ Jawohl, Sie haben richtig getestet.“

Das Ereignis, wie auch spätere, bestätigte mir meine schon damals vermutete und inzwischen gewiß gewordene Ansicht, daß die EAV-Messung kein rein physikalisches Phänomen war bzw. ist, auch wenn man das offiziell anders darstellt, um wissenschaftliche Anerkennung zu erlangen.

Dieses Erlebnis war und ist aber nichts anderes als die Bestätigung der von Ihnen in exzellenter Form dargestellten –nur damals nicht so genannten und bekannten- morphischen Felder Sheldrakes, kombiniert mit elektromagnetischen Messungen.

Jedoch möchte ich Ihre Interpretation, daß beide Felder – elektromagnetische und morphische – quasi nebeneinander Gültigkeit haben, aus meinem Verständnis dahingehend erweitern (diese Interpretation ist auch richtig), daß die vier Naturkräfte und ihre Felder mit ihrer Gesetzmäßigkeit in den Gesetzmäßigkeiten der morphischen Felder enthalten sein müssen bzw. ihnen nicht widersprechen dürfen; sonst könnten sie nicht wirken bzw. sonst könnte man mit ihnen nicht messen.

Mit anderen Worten: Die Tatsache, daß die Messung mental funktioniert bzw. beeinflußbar ist, beinhaltet, daß sie auch „physikalisch“ funktioniert bzw. funktionieren muß und vice versa !!  Denn beides gehorcht einer übergeordneten für beide gleich gültigen Gesetzmäßigkeit, wie sie aus der Hermetischen Philosophie abzuleiten ist.

Damals ging meine Interpretation dahin, daß – da es sich um den Streit zwischen „Mentalisten“ und „Materialisten“ handelte- gerade die Tatsache, daß die mentale Messung den Zeiger physikalisch auf einen bestimmten Wert (hier 50) ausschlagen ließ, der Beweis dafür war, daß eine physikalische Erklärung auch möglich sein mußte. Nur war das Mentale übergeordnet.

Im übrigen ist gerade der von Voll vorgegebene und von all seinen Schülern ebenso übernommene und so gemessene Normwert 50 ein typisches Beispiel für den Aufbau eines morphischen Feldes, so daß die Betreffenden ihren Umschlag- Punkt bei der Beurteilungen von Medikamentenwirkungen eben immer bei 50 finden, während andere, die später die Vorgaben von Kramer mit Werten zwischen 42 und 48 (50) als real und biologisch sinnvoll erachteten, den Umschlagpunkt immer innerhalb dieses Bereiches (individuell verschieden, jedoch nicht automatisch bei 50) fanden und finden. Somit hat Kramer ein anderes, neues morphisches Feld erzeugt und vorgegeben.

Der von Ihnen angegebene Fall des Ausgleichs mit einem Medikament, das sich beim Nachprüfen als eine andere Substanz als angenommen herausstellte, und bei dem die nachher nochmalig erfolgte Prüfung keinen Ausgleich mehr ergab, hat sich bei Voll nicht so abgespielt, wenn es ihm passierte, sondern bei ihm blieb der Ausgleich erhalten und sein Kommentar war: „Dieses Mittel paßt auch !!“

Schlußfolgerung: Es war eine zusätzliche morphische Resonanz vorhanden zwischen der sogenannten „falschen“ Testsubstanz, dem Tester und dem Getesteten, und diese wurde dann auch gemessen. Voll hatte also kein schlechtes Gewissen dabei, und er hatte meines Erachtens recht damit: Er brauchte es auch nicht zu haben.

Auch die von Voll bekannte Tatsache, daß er seine Mittel oft per Handgleiten über die Ampullen herausfand, zeigt, daß er mindestens soviel mit morphischen Feldern wie mit elektromagnetischen Feldern arbeitete bzw. erstere  nur meßtechnisch (elektromagnetisch) bestätigte; da dieser zweite Teil wissenschaftlicher war, wurde er zur offiziellen Lehre.

Die EAV ist als bioenergetische Methode an den Untersucher gebunden und bleibt daher subjektiv, auch wenn man mit elektromagnetischen Feldern mißt.

Wäre die EAV-Messung ein rein physikalisches Phänomen und damit eine rein elektromagnetische Feldmessung, dann müsste sie auch ohne Tester – speziell die Medikamententestung – nachvollziehbar sein, und das ist ja schon in den siebziger Jahren durch Bergold widerlegt worden – dies wird auch bei neueren Versuchen nicht anders sein (s. auch den Artikel über die berührungslose Medikamententesung auf dieser Homepage unter: Artikel) :Sollte es trotzdem eines Tages möglich sein, dann wäre der Resonanztest tatsächlich auf die rein physikalische Wirkung reduziert und damit auf der gleichen Ebene wie die heutige allopathische Medikation: Seele und Geist wären ausgeschlossen.

Anders ausgedrückt: Gerade die auch von Ihnen angesprochenen „emotional bedeutsam(en) Erfahrungen“ sind in den morphischen Feldern vorhanden und machen einen Großteil des Erfolges aus: Und gerade diese schließen Sie durch die Reduktion des Resonanztestes auf „ vorwiegend ... elektromagnezische Feldwirkung“ aus. Daß Sie gerade diesen Anteil auf ein wohl oder übel notwendiges Zugestehenmüssen reduzieren wollen, ist schade, da dadurch die EAV sich ihrer Möglichkeiten selbst beschneidet.

Bei der Messung geschieht immer beides, d.h., es werden beide Felder angesprochen und so schlußfolgern Sie richtig, daß das „keineswegs gegen den üblichen anderen Informationstransfer über elektromagnetische Signale“ spricht (siehe auch meinen Kommentar dazu).

Ihre ( nicht nur unterschwellige) Aversion gegen den Aufbau eines morphischen Feldes zwischen Patient, Untersucher und Testsubstanz beruht meines Erachtens auf der gleichen Entweder- oder – Philosophie, die Sie vorher richtigerweise bemängeln, aber nun selbst anwenden, indem Sie eben nur das morphische Feld für den Wirkungsnachweis bei „vielen apparatelosen oder pseudoapparativen Testverfahren" heranziehen wollen.

Daß die Ganzheitsmedizin –zu der ich auch die EAV zähle – primär eine subjektive Medizin ist, zeigt die Tatsache, daß der Therapieerfolg  bei gleiche Methode (hier EAV) bei einzelnen Anwendern eben doch sehr unterschiedlich ist, je nach Entwicklungsstand und Einfühlung des Therapeuten; anders ausgedrückt: Es liegt an der morphischen Resonanz zwischen Patient und Behandler und nicht an der Methode.

Ihre Angst (und die vieler Therapeuten), sich auf den Patienten als Homöopath, d.h. als Mitleidender einzulassen, wird von Ihnen projiziert auf die hohe Fehlerquote bei der Informationsübertragung über morphische Felder und dieser dann angelastet und dient (m.E. unzulässigerweise) dazu, anderen Methoden – wie der Kinesiologie – gerade diese Fehlerquelle als einzige Informationsüber-tragung  vorzuwerfen. Den Beweis dafür, daß gerade die Kinesiologie eine „rein mentale Methode“ im o.g. Sinne sein soll, bleiben Sie schuldig (Sie behaupten es nur); diese Schlußfolgerungen entsprechen meines Erachtens nur Ihren Vorstellungen von der Wirklichkeit und nicht der Wirklichkeit selbst. Sonst würden Sie auch nicht Ihre „spitze“ Bemerkung machen, daß die Muskelkraft „allenfalls für die Kinesiologen  eine Naturkraft“ sei. Auch hier spielt die Emotionalität  und die wissenschaftliche Information hinein, deren Kombination Sie beim Testen nur ungern zugestehen.

Im übrigen weise ich darauf hin

1.     daß schon Thomsen Anfang der 80er Jahre die diagnostischen und therapeutischen Ergebnisse der Kinesiologie (damals der AK durch Eversaul) mit denen der EAV verglichen und identisch befunden hat und

2.     daß Lechner erst vor kurzem die geringe (0,1%!) Fehlerquote der Physioenergetik – einer Variante der Kinesiologie – bei der AR-Diagnostik (Armreflex-Test) der chronischen Kieferostitis nachgewiesen hat (Medizin- transparent 2/1996) und dabei auf die gleichen Grundlagen beider Methoden (Physioenergetik und EAV) verwiesen hat.                                       
Subsumiert ergibt sich, daß Sheldrake mit seinen morphischen Feldern nicht nur die Hermetische Philosophie bestätigt hat, über die ich in der vierten Auflage meines Buches „Ganzheitliche Zahnheilkunde in physischer, psychischer  und meta- physischer Sicht“ geschrieben habe, sondern auch der reduktionistische Ansatz der Testung auf primär elektromagnetische Felder wohl eher naturwissenschaft-liches Wunschdenken denn Realität ist.

In diesem Sinne möchte ich mit einem Zitat von Herbert Fritsche enden:

Der Mensch ist krank, der Mensch ist deshalb
–       similia similibus – das Heilmittel des Menschen.
er kann nur zum Heil gelangen,
     wenn ihm Ähnliches ihn erlöst.”