v. Dr. A. Rossaint, Aachen Schon seit sumerischer und altägyptischer Zeit sind Wirkungen von kranken Zähnen auf den Organismus bekannt. Sie werden jedoch in der offiziellen universitären Medizin und Zahnmedizin heute eher bestritten oder als Ausnahme angesehen, obwohl es mittlerweile genügend Grundlagenforschungen gibt, die z.B. die Phänomene der sog. Herdwirkung, d.h. des Einflusses von chronischen Entzündungen im Zahn-,Mund-und Kiefergebiet auf den Körper beweisen und erklären können. Das gilt natürlich auch für chronisch-entzündlich veränderte Stellen (z.B. Narben) in anderen Körperregionen, die ebenfalls Symptome fern ab von der Entzündungsstelle unterhalten können. Es ist verwunderlich, daß gerade von einem mehr mechanistisch orientierten Fach wie der Zahnheilkunde in der heutigen Zeit die stärksten Impulse für eine Integration in ganzheitsmedizinische Betrachtungen ausgehen. So ist es der ganzheitlichen bzw. holistischen Zahnmedizin zu verdanken, daß sie auf die Zusammenhänge zwischen Zähnen und dem übrigen Organismus aufmerksam macht. Dabei gibt es keine Einbahnstraßen, sondern Wechselbeziehungen zwischen Kiefergebiet und Organismus, auch seelisch-emotioneller Art. Wer z.B. Liebeskummer hat, bei dem findet man oft entzündete Zahnfleischtaschen am unteren Weisheitszahn, wenn er wegen Platzmangels noch nicht ganz aus dem Kiefer herausgekommem ist. Nicht ausheilen wollende Entzündungen an den oberen Frontzähnen deuten oft auf ein Partnerschaftsproblem. Genauso kann ein Stirn-Migräne ausgelöst werden durch einen Herd an einem der Frontzähne, die somatisch dem Urogenital-Gebiet zugeordnet sind. Umgekehrt kann z.B. eine chronische Nierenentzündung oder eine Prostatitis lokal nicht zu erklärende Beschwerden im Frontzahngebiet unterhalten. Auch eine falsche Kieferstellung kann die Ursache verschiedenster Beschwerden , wie z.B. Kopfschmerzen, Rückenbeschwerden, Beckenfehlsstellungen, ja sogar eines funktionell zu kurzen Beins sein. So hängt an jedem Zahn immer ein ganzer Mensch. In diesem Sinne betrachtet die ganzheitliche Zahnheilkunde den Menschen als Hologramm mit sog. Somatotopien (Abbildungen ganzer Systeme ) und Reflexzonen, über die man diagnostische Schlüsse ziehen und therapeutische Maßnahmen ergreifen kann. Am bekanntesten ist die Abbildung des Menschen an den Füßen, die sog. Fuß- reflexzone, über die mit Hilfe der Fußreflexzonenmassage der ganze Organismus und damit auch die Zähne beeinflusst werden können. Aber auch die Ohrmuschel ist hervorragend dafür geeignet, besonders für den Zahnarzt. Ja selbst jeder Akupunkturpunkt ist als „strukturelles Hologramm“ (Rossaint) zu werten, über den man sich als Therapeut in das „wissende Feld“ (Uhlsamer, Hellinger) bzw. „morphische Feld“ (Sheldrake) – in diesem Falle besonders in Bezug zum Patienten – bewußtseinsmäßig einklinken kann, um Diagnosen zu erstellen und Therapien durchzuführen. Über die Muskel-testung ( Kinesiologie ) als bioenergetisches Regulationsverfahren können o. g. Zusammenhänge dann ermittelt und überprüft werden. Sie dient aber auch zur Feststellungen von individuell verträglichen und unverträglichen Zahnmaterialien sowie zur Ermittlung von effektiven bzw. das Immunsystem schädigenden Medikamenten. Im psychisch-emotionalen Bereich ist sie das beste Kommunikationsmittel zum Un(ter)bewussten des Patienten, um Hintergründe und „Ursachen“ von Krankheiten und /oder Stress – auch im Zahn-, Mund- und Kieferbereich - zu ermitteln. |